Illustration
Sind Grafik Designer ZeichnerInnen? Müssen sie zeichnen können? Ja, eine Idee auf ein weißes Blatt Papier zu bringen oder auf eine InDesign Seite – das braucht gewisses darstellerisches Können. Manchmal klappt es auch, das ganze anschaulich zu illustrieren. Wir in der Säge lieben unsere Illustrationen – aber auch unsere Freunde im externen Netzwerk. Illustrationen können eine Geschichte so schön schnell und vielschichtig erzählen, ist meistens unverwechselbar und eigenständig. Und ganz oft ziemlich kunstvoll.
Für Manfred Hellrigl haben wir dieses Erscheinungsbild kreiert. Layouttechnik mit unserem alten Minolta Kopierer. Mit dem konnten wir sogar weiss kopieren. Hätten ihn unbedingt behalten sollen, den alten Knaben. Aber leider oder Gott sei Dank ist das digitale Zeitalter gekommen…
Das waren noch Zeiten, als ich als Co-Pilot am Computer von Helmuth Heinz im Dachbodenraum in seiner Firma in Lustenau gearbeitet hatte. Helmuth ist ein Computer- und Dtp-Freak. Bevor ich selber am Mac zu arbeiten begann, haben wir viele gemeinsame Projekte gemacht. Das Corporate Design kommt aus dieser Zeit. Die 2 kleinen Buchstaben tt symbolisieren 2 Gesichter. Das Zweite gehört seiner damaligen Frau Erika.
Für Wolfram Greber, damals kam er mit seiner Mutter nach Bregenz in die Quellenstrasse in unser damaliges Atelier, haben wir dieses Corporate Design gestaltet. Supereinfach und lustig. Mit diesem Werklein haben wir den Distinction Award in Gold gewonnen und ich wurde mit meiner Frau Gerda nach Paris eingeladen. Selina, unsere Tochter war grad zur Welt gekommen und statt Gerda musste / durfte Reinhard Gassner mitgehen. Wir wurden im Grandhotel als Frau und Herr Ramoser empfangen. Das Bett war ein Doppelbett, im Bad waren Bademäntel und auf dem Tisch Champagner hergerichtet. Die Verleihung fand im Schloß Belvedere statt. Im Barocksaal. Wir besuchten einen Weltberühmten Pariser Grafiker, der sein Atelier in einem ehemaligen Theater hatte. Wir aßen ganze 4 Tage Meeresfrüchte und tranken Champagner. Dies führte bei mir zu einer Gastritis. Das Taxi brachte uns zum falschen Terminal und wir versäumten das Flugzeug. Wie in einem Film. Aber alles war superschön und superschräg.
Erfunden wurden die ersten Schulprodukte wie das Dreilinienheft von Gerda und Günter Loacker. Gerda ist Volksschullehrerin und Günter Drucker. Eine wunderbare Konstellation. Wir fingen mit der Logo Marke an. Später hat Heiner Messerle die Produkte übernommen und wir ergänzten die I:ku Marke. Dies sind wirklich genial überlegte Schulmaterialien und es macht eine Riesenfreude, diese Kommunikationsmittel und Produkte zu gestalten. Die Logo-Schulhefte machten wir mit Kinderzeichnungen. Wir veranstalteten einen Wettbewerb mit den Kindern der Volksschule Lustenau.
Angefangen hatte die Geschichte so – Ich gestaltete das Plakat für eine Ausstellung in Wien zum Thema Kinder und Gewalt. Das Plakat wurde in einer Bank in Wien ausgestellt. Schön. Einige Monate später schickte mir mein Praktikant Stefan Gassner diese Bilder aus Wien. Das Sujet war in der ganzen Stadt affichiert. Und zwar von den Kinderfreunden Österreichs. Das war und blieb eigentlich mein einziger Copyright Streit in meiner Karriere. Ich rief dort an und wir einigten uns sehr rasch auf eine faire Summe in Schillingen und ich konnte noch eine Kooperation mit unserem Interessensverband designaustria „schnüren“. Also am Schluss waren wieder alle Glücklich und zufrieden. Und auch ich war stolz, daß mein Entwurf österreichweit Anklang fand.
Für mich hat dieser Mann, der das Kind über die Straße ins Nirvana führt, immer bedrohlich ausgesehen. Hab dann mal einen Plakatentwurf gemacht. Nie umgesetzt. Meine älteste Tochter Selina hat die Kalligraphie und die Geschichte dazu geliefert.
Mit Othmar Alge haben wir von Beginn an die Kommunikation für Bus und Bahn im Oberen Rheintal gestaltet. Bestimmt wurde das Erscheinungsbild von meinen naiv gemalten Buskisten. Plitsch, Platsch Badebus war eine Headline von Hermann Brändle. So mancher Bus-Chauffeur hatte gemeint, wir haben sie nicht alle. Aber mit der Zeit hat sich die Headline für die Badebusbewerbung sympathisch und mit hohem Wiedererkennungswert durchgesetzt. Nach einer kurzen Unterbrechnung gestalten wir heute erneut und sehr erfolgreich die Kommunikation für den Stadtbus Feldkirch und den Landbus Oberes Rheintal.
116 Siebdruckplakate in einer Edition. In einer Garage gedruckt. 116 Gespräche mit KäuferInnen des Plakates. Pro Plakat 1.000,00 Schilling. 116 gute Gespräche zum Thema Gewalt am Kind und Gewalt im Spiel. 116.000,00 Schilling als Spende für die Frauennotwohnung in Dornbirn. Viele Auszeichnungen und Anerkennungen für diese freie Arbeit. In Warschau, in Finnland, in Mexiko, in Berlin, in Essen – und in vielen Wohnungen und Geschäften ist diese Kommunikation zu den Menschen gelangt. Ein Projekt mit Herz und Gehirn. Schaut euch die rote Levis Jeans an…
Für Peter Meraner – Meraner und Schneider hatte ich diese Entwürfe gefertigt. Schöne Layout aber. Oder? Lustig war die Layouttechnik. Colour Key, Handschrift als Typofake, Linien für Fliesstext. Das Ergebnis war mir dann aber zu langweilig. Das passiert manchmal, daß die Entwürfe viel viel schöner sind, als der fertige Ding.
Das war ein Grabenkampf. Im Auftrag von Manfred Hellrigl gestalteten wir Vorgaben für eine einheitliche naturwissenschaftliche Schriftenreihe. Da wurden altgewohnte, gelernte Regeln gebrochen. Hat am Schluss eigentlich zum Scheitern und zum Eklat geführt. Stück für Stück wurde im Prozess wieder geändert, bis wir uns dann gemeinsam entschieden hatten, daß es nicht möglich ist, den WissenschafterInnen Vorgaben zu machen. Aber es hat einige Jahre schöne und lesbare Berichte gegeben. Der Versuch wars wert.
Mit Reinhard Gassner durfte ich jedes Jahr ein Kindertheaterplakat fürs Theater für Vorarlberg gestalten. Mitten im Entwurfstadium ist meine Tochter Valentina zur Welt gekommen. Ich kann mich gut daran erinnern, daß mein Schwager Jeronimo eine Flasche Sekt im Zimmer im Entbindungsheim Lustenau knallen liess und alles stank nach Alkohol. So passt das mit dem Wunschpunsch ja ganz gut. Und zu dieser Zeit hatte ich auch noch keinen Computer – ich bestellte Satz, klebte ein Kopie-Standlayout und schnitt die Farbtrennungen mit Ulanofolio von Hand. Punsch hab ich glaube ich auch getrunken…
Das Kindertheater kam zu Reinhard Gassner und ich durfte das Logo und den Flyer gestalten. Stefan Gassner, sein Sohn, hatte damals die Illustrationen geliefert.