Illustration
Sind Grafik Designer ZeichnerInnen? Müssen sie zeichnen können? Ja, eine Idee auf ein weißes Blatt Papier zu bringen oder auf eine InDesign Seite – das braucht gewisses darstellerisches Können. Manchmal klappt es auch, das ganze anschaulich zu illustrieren. Wir in der Säge lieben unsere Illustrationen – aber auch unsere Freunde im externen Netzwerk. Illustrationen können eine Geschichte so schön schnell und vielschichtig erzählen, ist meistens unverwechselbar und eigenständig. Und ganz oft ziemlich kunstvoll.
Gertrude Pfefferkorn kam zu uns mit der Aufgabenstellung, für ihr Kinderschuhgeschäft das Erscheinungsbild und die Werbung zur Eröffnung etc. zu gestalten. Sie zeigte uns süße schwarz/weiss Bilder aus ihrer Kinderzeit. Diese verwendeten wir dann in den Inseraten. Das Naming drängte sich auf, aus Pfefferkorn wurde Pfefferschuhs und die Handschrift wurde vom mir mit Links geschrieben, damit sei auch echt kindlich wirkt. Und die Illustrationstechnik für Werbemittel wurde mit Pfefferkörnern umgesetzt. Peppig oder? Leider gibt es das schöne Geschäft mittlerweile nicht mehr.
Elmar Luger kam zu mir und wollte, daß ich ein Logo mit den Jugendlichen aus Dornbirn für ihren Verein gestalte. Das ist immer schwierig, aber ich habe mir damit beholfen, daß ich zum Namensfindungsprozess eingeladen hatte und – psscht – da habe ich ein bisschen gemogelt und auch mitgesucht und letztlich die Idee mit Jugendornbirn mitentschieden. Wir haben die youngsters jedoch trotzdem noch visuell mitarbeiten lassen. Sie haben Zeichnungen von sich selber gemacht, die wir dann im Corporate Design implementierten. Und ganz lustig, Lukas Bildstein, ein von uns betreuter Diplomant (Bachelor und jetzt aktuell Master an der FHV) und ein ehemaliger Praktikant von Sägenvier, war damals auch schon engagiert bei den jungen Leuten.
Die Kinder malten sich selber, wir bauten eine Offsetplatte und mieteten einen halben Tag die Druckerei. Makulaturdruck, verschiedenste Papiere und Kartone schufen ein lustiges, buntes, vielfältiges und eigenständiges Erscheinungsbild. 10 Jahre SPZ. Auch schon eine ganze Weile her.
Für meinen Schwager Ferdl Lediger – er ist leidenschaftlicher Hobby-DJ – war jahrelang im Nachtasyl in Wien auflegen – habe ich diese Flyer gestaltet. vorlage waren seine Clarks.
Für die Junge Kirche habe ich die Internet-Eröffnung mit eintauchenden Fischen gestaltet. Die Illustrationen finde ich selber lustig. Müsste wieder mal den Stift in die Hand nehmen. Es wurden Folder und Visitenkarten gestaltet. Ein Animationsfilmchen gibts übrigens auch. Flüsternde Fischchen.
fish_intro from Sägenvier on Vimeo.
Für Hannes Mäser habe ich dieses Erscheinungsbild gestaltet. War einer meiner ersten eigenen Kunden. Heute arbeite ich immer noch mit Hannes zusammen. Die Figürchen funktionieren auch immer noch sehr gut. Also Hören, Sehen, Sprechen…
Verena Petrasch, die später bei Stefan Sagmeister in New York ihr war, war zuerst bei uns im Praktikum. Sie hatte einige Aufträge bearbeitet. Unter anderem diesen tollen Entwurf gestaltet. Das Ergebnis gefällt mir heute nicht so gut wie der Alternativentwurf. Aber insgesamt ist es ein lustiges und sehr frech – frisches Erscheinungsbild für eine Veranstaltung dieser Art geworden. Die tanzenden und laufenden Instrumente wirkten sehr lebendig. Den Entwurf mit dem Trompetenhut haben wir später für Rene Mathis aus der Kiste gezogen. Also nie verzweifeln. Die Ideen haben manchmal viel, viel Zeit.
Luis Rodriguez war unser Lehrling. Für seinen Opa Edwin hat er diesen feinen kleinen Film gestaltet. Bravo Luis. Das war eine prima Arbeit.
BIENENHONIG ANIMATION from Sägenvier on Vimeo.
Mit Adi Groß durften wir das Energiekonzept 2010 des Landes gestalten. Wir fanden die Analogie der spacigen 50er 60er Jahre-Bildsprache das richtige Ausdrucksmittel. Wir fotografierten den uralten Elektro-Wasser-Energie-Speicher unserer Sägenvier-Bude. Erfanden fliegende Besen für neue Mobilität und führten Saurier und Ufos über unser schönes Ländle. Sogar die Landesräte und den Landeshauptmann fügten wir in unser Bildkonzept. Was würde heute die Landespressestelle dazu sagen? Übrigens die lustigen Fotocollagen sind von Klaus Österle. Jetzt Zeughaus. Wunderbar.
Na irgendwann braucht jedes Unternehmen ein Medium für die MitarbeiterInnen. Und wir hatten damals das „Unterwegs“ entwickelt. 3 Ausgaben haben wir geschafft. Immerhin und zur Freude der Bus-Working-Freaks.
Inspiriert euch. Sammelt alte Folien, Overhead oder Copy. Die Makulatur ermöglicht neue Bilder und Verbindungen. Macht aus Müll gute Gestaltungsvorlagen. Euer Archivar.
Wie wirbt man für Bus und Bahn im Kino? Mit Pixar konnten wir nicht konkurrenzieren. 2 mal 10 Sekunden. Eine hohe Anforderung an die Dramaturgie. Das Set war ein kleiner Tisch mit 2 Lampen, eine A5 große Bühne aus weißem Papier, ein Stativ und eine Analogkamera. Rene Bachmann, Klaus Österle, Hermann Brändle und ich hatten Riesenspaß mit dem Projekt. Oh übrigens, es war um die Jahrtausendwende. Die Zeit, in der alle meinten, das Jahr 2000 lässt die Computer ausfallen. Als bei uns im Atelier die Bilder laufen lernten…