Markenpflege

Gleich vorneweg – ich möchte die unsachlichen und unreflektierten Kommentare zum Thema auf beiden Seiten nicht weiter anheizen. Was ist in den letzten Tagen und Wochen passiert? Ein junger ambitionierter Gestalter hat sich zu einem Thema, das ihn und viele andere bewegt, positiv mit einem Vorschlag geäußert und diesen online gepostet. Sicher war ihm nicht zur Gänze bewußt, was er damit auslösen würde. Die Diskussion um den karikierten dunkelhäutigen Menschen als Hauptlabel der Marke Mohren ist in der Zeit meiner Karriere bereits mehrere Male aufgeflackert. In den 80igern gab es dazu Berichte in der Kulturzeitschrift und die Auseinandersetzung blieb damals eher regional und medienbedingt von der Lautstärke her überschaubar. Die neuen Medien lassen solche Themen geradezu unkontrolliert explodieren und dies ist für beide Seiten eine sehr große Herausforderung und bietet Raum für meist anonyme Aggressivität.

Mir ist es ein persönliches und gesellschaftliches Anliegen die Diskussion aus dem Verteidigungsmodus heraus zu bekommen. Was soll denn eine Marke tun? Werte, Haltungen, Esprit und Atmosphäre für eine Dienstleistung oder ein Produkt, ein Land oder eine Institution zu vermitteln. Sympathie sollte doch bei einem Konsumprodukt im Vordergrund stehen – und Authentizität garantieren. Die künstlichen und unwirklichen Welten der Werbung sollten meiner Meinung nur dann erstellt werden, wenn sich möglichst viele damit identifizieren können bzw. diese einen halbwegs anspruchsvollen Vermittlungswert beinhalten. Scheinwelten mit Schenkelklopfsprüchen und Bedienung von Klischees finde ich im Kabarett angebracht. Eventuell noch am Stammtisch – aber auf Kosten welcher Menschen werden zb: eben blöde Witze erzählt?

Werbung passiert öffentlich und hier ist doch mehr Verantwortung gefragt.

Als Unternehmer ist mir sehr bewußt, mit welchen externen und internen Kosten und Entscheidungen und Abläufen eine mögliche Markenveränderung verbunden ist. Ich würde mir aber für die nächsten Jahre und sogar Generationen eine Weiterentwicklung der Marke wünschen, die es der Unternehmung möglich macht, freudig und positiv ihre Produkte zu präsentieren, ohne diese immer wiederkehrende Diskussion. Negative Kreise schliessen und positive neue Möglichkeiten öffnen. Dies würde ich allen Beteiligten wünschen.

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